Häufige Fragen

Häufige Fragen

Die Erkrankung entwickelt sich schleichend mit unspezifischen, fast unscheinbaren Symptomen. Im Laufe der Zeit kommt es zu Ermüdungserscheinungen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Beklemmungsgefühl in der Brust oder Atemnot unter Belastung. Ohnmacht (Synkopen), Herzklopfen und Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen (Ödeme) sind ebenfalls mögliche Zeichen der pulmonalen Hypertonie.

Verengte Lungengefäße sind verantwortlich für Lungenhochdruck. Um diesen erhöhten Widerstand in der Lunge zu überwinden und eine ausreichende Blutversorgung zu gewährleisten muss die rechte Herzseite deutlich stärker pumpen. Dies führt auf Dauer zu einer Überlastung – der sogenannten Rechtsherzinsuffizienz.

Im kleinen Kreislauf (oder Lungenkreislauf) wird sauerstoffarmes Blut vom Herzen weg zur Lunge transportiert und dort mit Sauerstoff angereichert. Normalerweise ist der Druck in der Lunge gering. Steigt allerdings der Lungendruck muss die rechte Herzhälfte verstärkt arbeiten, da sie permanent gegen einen Widerstand ankämpfen muss. Dies führt zu einer Überforderung und Vergrößerung des Herzens (Rechtsherzinsuffizienz) bis hin zum Herzversagen.

Wie bei vielen chronischen Erkrankungen ist eine dauerhafte Heilung der pulmonalen Hypertonie derzeit nicht möglich. Viele Beschwerden können aber heute wirkungsvoll behandelt werden, so dass die Lebensqualität der Patienten verbessert wird. Mit modernen Medikamenten kann zusätzlich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Wichtig ist jedoch in jedem Fall: Je früher Lungenhochdruck entdeckt wird, umso besser sind die Behandlungsaussichten. Haben sich erst einmal die Gefäße stark verändert und hat sich eine dauernde Überlastung des rechten Herzens entwickelt, sind die Aussichten auf eine Stabilisierung der Krankheit wesentlich schlechter.

Viele Berufe erfordern körperliche Anstrengung und hohe psychische Belastbarkeit. Dies ist nur bedingt mit einer pulmonalen Hypertonie vereinbar. Diese Einschränkungen sind abhängig von Krankheitsverlauf und Aufwand der Therapie. Viele Patienten, die unter Lungenhochdruck leiden, sind erwerbsunfähig. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt und entwickeln Sie, wenn notwendig, neue berufliche Perspektiven. Nutzen Sie staatliche Hilfen sowie die Möglichkeiten der Umschulung und Arbeitszeitverkürzung.

Eine Veränderung im Erbgut kann eine mögliche Ursache für eine familiäre Häufung dieser Erkrankung sein. Familiäres Auftreten des Lungenhochdrucks ist sehr selten, nur 6 % aller Patienten haben eine erbliche Variante der Erkrankung. Allerdings bedeutet das nicht, dass Menschen mit einer erblichen Veranlagung in jedem Fall erkranken müssen. Selbst wenn ein Elternteil an einer erblichen Form erkrankt ist, hat das Kind nur eine Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent, im Laufe seines Lebens zu erkranken.

Eine Schwangerschaft ist bei pulmonaler Hypertonie für Mutter und Kind weit mehr als nur ein Risiko, sie ist lebensgefährlich. Einige PAH spezifische Medikamente können Missbildungen am ungeborenen Leben hervorrufen. Eine sichere Verhütungsmethode ist daher unbedingt notwendig. Sollten Sie im gebärfähigen Alter sein, müssen sie mit Ihrem Arzt über eine sichere Verhütung reden, um so mehr, da verschiedene Verhütungsmittel unter Umständen durch eine spezifische Therapie schneller vom Körper abgebaut werden und nicht mehr sicher verhüten.

Alkohol: Vermeiden Sie den unmäßigen Genuss von alkoholischen Getränken.

Rauchen: Vermeiden Sie sowohl das aktive wie auch passive Rauchen. Andere Arten des Tabakkonsums (Kautabak, Nikotinersatzmittel) sollten ebenfalls gemieden werden. In jedem Falle sollten Sie eine alternative Nikotinzufuhr zuvor mit Ihrem Arzt besprechen.

Impfungen: Bei pulmonaler Hypertonie sollen Atemwegsinfektionen unbedingt vermieden werden. Eine jährliche Grippe- und eine Pneumokokken-Impfung (dem häufigsten Erreger der ambulant erworbenen Lungenentzündung) sind in den meisten Fällen empfehlenswert.

Sie sollten ein möglichst normales Leben führen. Bei Stabilität der pulmonalen Hypertonie gehört dazu auch Reisen.

Eine gute Vorbereitung ist unbedingt erforderlich!

  • Klären sie ob es eine ausreichende medizinische Versorgung am Reiseziel gibt (z.B. PH Zentren).
  • Vermeiden Sie Überanstrengung.
  • Vermeiden Sie Sauerstoffmangel also: keine Höhenaufenthalte über 1500 m und Flugreisen nur mit Sauerstoffgabe.
  • Bedenken Sie ein mögliches Infektionsrisiko.
  • Notfallausweis, Arztberichte, Medikamente mitnehmen.

Nicht zu hoch hinaus

Vermeiden Sie Aufenthalte in größeren Höhen. Die geringere Sauerstoffdichte, vor allem in Gebieten, die über 2000 Meter hoch liegen, verstärkt den Sauerstoffmangel in Ihrem Körper.

Längere Flugreisen sollten Sie am besten vermeiden oder nur mit einer Sauerstofftherapie an Bord durchführen.

Längere Flugreisen sollten in jedem Fall gemieden werden. Wer trotzdem eine (kürzere) Flugreise machen will, sollte dies unbedingt mit dem behandelnden Arzt abklären. Ohne Sauerstoffgabe wird der Aufenthalt in der Flugzeugkabine nicht ohne Komplikationen verlaufen, da die Sauerstoffsättigung aufgrund des abfallenden Luftdrucks sinkt und eine Hypoxie (Mangelversorgung) auslöst. Aus dem selben Grund sollten auch Reisen ins Hochgebirge (ab 1500 Meter) gemieden werden. Informationen über “Flugreisen mit Sauerstoff” stellt die European Lung Foundation zur Verfügung.

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