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Ihre Informationsplattform zu Depression

Entstehung und Ursachen von Depression

Eine Depression entsteht im Gehirn.1 Gerät die Chemie im Gehirn aus dem Gleichgewicht, drückt das die Stimmung und eine Depression kann sich entwickeln. Depressionen entstehen durch diese Einflüsse:

  1. Biologische Einflüsse – dazu zählen ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn oder eine familiäre Neigung zu Depressionen durch die Gene.
  2. Psychisch-soziale Einflüsse – dazu gehören Stress, Krisen oder sehr schlimme Erlebnisse.

Eine Depression entsteht immer durch einen komplizierten Mix aus körperlichen und psychischen Einflüssen. Neuere Studien weisen darauf hin, dass körperliche Erkrankungen und das Entstehen einer Depression zusammenhängen. Die Wissenschaft hat das zum Beispiel bei Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt.

Niemand hat Schuld an der Krankheit

Wie ist es so weit gekommen? Diese Frage haben Sie sich wahrscheinlich schon gestellt. Das ist verständlich, aber Grübeln bringt nichts. Fest steht: Es ist niemand schuld daran, schon gar nicht Sie. Jeder Mensch ist für manche Krankheiten anfälliger als für andere – manche Menschen erkranken an Diabetes, manche nicht. Genauso ist es bei einer Depression.

Hier spielt auch noch eine Rolle, was man erlebt hat. Außerdem beeinflusst die Feinfühligkeit eines Menschen, wie man mit Erlebnissen umgeht. Es ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden, wie verletzlich oder sensibel jemand ist. Einflüsse wie Stress, Verluste oder Kränkungen wirken sich daher bei zwei Menschen oft ganz unterschiedlich aus.

Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig und bilden ein System. Manchmal wird einfach alles zu viel und es kommt zu einer Überlastung dieses Systems und dann wird man krank. Dazu gibt es in der Wissenschaft eigene Modelle, zum Beispiel das sogenannte Vulnerabilitäts-Stress-Modell. 2

Welche Einflüsse können zu einer Depression führen?

  • Krisen
  • Schlimme Erlebnisse
  • Schicksalsschläge
  • Chemisches Durcheinander im Gehirn
  • Gene
  • Depressionen in der Familie
  • Stress

Sie haben mit diesen Faktoren ein höheres Risiko für eine Depression:

  • Sie haben enge Verwandte, die eine Depression haben.
  • In Ihrem Leben gibt es eine große Veränderung.
  • Sie haben ein psychisches Trauma erlitten, also ein belastendes Ereignis, das die Psyche stark erschüttert.
  • Sie stehen unter großem Stress.

Chronische körperliche Krankheiten und andere psychische Krankheiten können eine Depression verschlimmern. Und umgekehrt: Depressionen können zu anderen körperlichen und psychischen Krankheiten beitragen und diese verschlimmern. 3

Endogene, exogene und reaktive Depression

Sie haben vielleicht schon einmal die Begriffe „endogene Depression“ und „exogene Depression“ gehört. Das sind mittlerweile veraltete Bezeichnungen und sie beziehen sich auf die Ursachen einer Depression. Endogen beschreibt, dass es keine erkennbaren äußerlichen Auslöser gibt, die Depression also „von innen“ entsteht. Exogen bedeutet dagegen „von außen“. Die Ursachen wären hier also zum Beispiel psychosoziale Belastungen wie Todesfälle in der Familie oder Arbeitsplatzverlust.

Auch der Begriff „reaktive Depression“, auch Anpassungsstörung genannt, bezieht sich auf externe Auslöser. Hier entsteht die Depression als direkte Reaktion auf ein für die Betroffenen belastendes Ereignis. Dies kann der Verlust eines nahestehenden Menschen sein, eine Trennung, eine Scheidung oder auch eine tiefe Kränkung.

Wichtige Informationen & Kontakte:

Kuratorium Psychische Gesundheit
www.kuratoriumpsychische-gesundheit.at

Pro mente – Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit
www.promenteaustria.at

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs – Informationen zur psychischen Gesundheit:
www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/inhalt

Stiftung Deutsche Depressionshilfe:
www.deutschedepressionshilfe.de

  1. Kasper S, Lehofer M, Doering S, Geretsegger C, Frey R, Haring C, Hausmann A, Hofmann P, Jelem H, Kalousek M, Kapfhammer HP, Klier C, Oberlerchner H, Rados C, Rothenhäusler HB, Sachs GM, Praschak-Rieder N, Psota G, Rainer M, Windhager E, Winkler D, Wrobel M. (2012) Depression – Medikamentöse Therapie. CliniCum neuropsy. Sonderausgabe November 2012; Kapitel 1.4
  2. Wirtz, M. (2020). Vulnerabilitäts-Stress-Modell. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 25.02.2020, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/vulnerabilitaets-stress-modell/
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