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Ihre Informationsplattform zu Prostatakrebs

Gesunde Ernährung trägt zum Therapieerfolg bei

Eine ausgewogene, gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und, daraus folgend, ein guter Ernährungsstatus, kann einen wesentlichen Beitrag zum Therapieerfolg und Heilungsprozess bei Ihrer Tumorerkrankung leisten. Sie kann zu einem besseren Lebensgefühl sowie zu mehr Energie und Stärke führen, den Krankheitsprozess positiv beeinflussen sowie das Auftreten von Infektionen hintanhalten. Eine ausgewogene, gesunde Mahlzeit sollte möglichst „bunt“ sein und beinhaltet Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette (hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs), Wasser, Vitamine und Mineralstoffe1.

Warum ist eine gesunde Ernährung für Prostatakrebs-Patienten wichtig?

Einige Lebensmittel können sich positiv auf Ihre Erkrankung auswirken. Gesunde Ernährung trägt maßgeblich zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand bei2. Und eine Ernährung, die wenig gesättigte Fettsäuren meist tierischen Ursprungs enthält (weniger als 10 % der Kalorien), senkt das Risiko für ein Fortschreiten Ihrer Erkrankung3. Auf der anderen Seite erhöht eine Mangelernährung die Krebssterblichkeit um ca. 30 Prozent2.

Wie eine gesunde Ernährung aussehen sollte – nämlich bunt, abwechslungsreich und vollwertig – zeigt die österreichische Ernährungspyramide.

Überlegen Sie sich, wie eine exemplarische Woche/ein exemplarischer Tag bei Ihnen aussieht. Um dies mit Ihren behandelnden Ärzt:innen besprechen zu können, können Sie ein Ernährungstagebuch/Fototagebuch führen.

Gibt es etwas, das Sie hinsichtlich einer gesünderen Ernährungsweise leicht verändern könnten? Grundsätzlich gilt: Jede noch so kleine Veränderung zu einer gesünderen Ernährung kann sich positiv auswirken! Fragen Sie Ihre Ärzt:innen oder Ihre Diätassistent:innen nach mehr Informationen!

Im Sinne einer Vitamin-, Mineral- und Ballaststoff-reichen Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie in ihren Leitlinien Prostatakrebspatienten, weniger gesättigtes Fett, aber auch weniger Alkohol zu sich zu nehmen.

Es kann sein, dass Sie therapiebedingt unter Appetitlosigkeit leiden: Versuchen Sie, das Essen auf mehrere kleine Portionen zu aufzuteilen, um dennoch genügend zu sich zu nehmen.

Praktische Tipps:

  • Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung (Schwerpunkt: Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Geflügel und Fisch).
  • Besonders gesundheitsförderlich ist eine mediterrane Ernährungsweise (Fisch, weißes Fleisch, gedünstetes Gemüse, pflanzliche Öle).
  • Reduzieren Sie bitte rotes Fleisch (Rind, Kalb), fettreiche Nahrungsmittel, Einfachzucker (Haushaltszucker und Süßspeisen)4 sowie Milchprodukte.
  • Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle zum Kochen und für Salate (zum Beispiel Rapsöl, Leinöl oder Olivenöl).
  • Backen oder dämpfen Sie Lebensmittel, anstatt sie zu frittieren.
  • Vermeiden Sie industriell verarbeitetes Fleisch (Wurst, Speck, Burger, ...). Achtung! Auch Mehlspeisen enthalten oft viel tierisches Fett (durch enthaltenen Dotter, Obers oder Butter).
  • Nehmen Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich (Wasser, ungesüßter Tee/grüner Tee, auch klare Suppen sind hier zu berücksichtigen).
  • Grüner Tee (2 – 3 Tassen am Tag) und Granatapfelsaft haben in einigen Studien eine positive Auswirkung gezeigt5.
  • Vermeiden Sie kohlenhydratlastige Mahlzeiten (Nudeln, Reis, Kartoffeln) am Abend und nehmen Sie stattdessen eiweißhaltige Mahlzeiten (Hühnerfleisch, Fisch, Hülsenfrüchte) als letzte Mahlzeit des Tages zu sich.

Wichtige Informationen & Kontakte:

Broschüre der Österreichischen Krebshilfe:
Gesunde Ernährung bei Krebs, Ernährung bei Krebs
anzufordern unter www.krebshilfe.net
Kostenlose Krebshotline: 0800/699 900
(Mo – Do: 09:00 – 14:00, Fr: 10:00 – 12:00)

Allgemeine Informationen zum Thema Gesunde Ernährung finden Sie unter:
www.gesundheit.gv.at
https://www.meinegesundheit.at/cdscontent/?contentid=10007.689409&portal=meinegesundheitportal

Informationen des Forums Gesundheit zum Thema „Ernährung bei Prostatakarzinom“:
www.forumgesundheit.at

  1. Doyle C et al.: Nutrition and physical activity during and after cancer treatment: an American Cancer Society guide for informed choices. CA Cancer J Clin 2006;56(6):323 – 353. Und Prasad KN, Cole WC, Cancer and Nutrition. 1998: IOS Press. ISBN 9789051993776
  2. Prasad KN, Cole WC, Cancer and Nutrition. 1998: IOS Press. ISBN 9789051993776
  3. Berkow SE et al.: Diet and survival after prostate cancer diagnosis. Nutr Rev 2007;65(9):391 – 403.
  4. Macheda ML et al.: Molecular and cellular regulation of glucose transporter (GLUT) proteins in cancer. J Cell Physiol 2005;202(3):654 – 662. doi:10.1002/jcp.20166
  5. Bettuzzi S et al.: Chemoprevention of human prostate cancer by oral administration of green tea catechins in volunteers with high-grade prostate intraepithelial neoplasia: a preliminary report from a one-year proof-of-principle study. Cancer Res 2006;66(2):1234 – 1240. doi:10.1158/0008-5472.CAN-05-1145
    Pantuck AJ et al.: Phase II study of pomegranate juice for men with rising prostate-specific antigen following surgery or radiation for pro- state cancer. Clin Cancer Res 2006;12(13):4018 – 4026. doi:10.1158/1078- 0432.ccr-05-2290
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