Wer krank ist, braucht Hilfe. Ganz gleich, ob es eine Lungenentzündung ist oder eine Depression. Für die psychische Gesundheit gibt es verschiedene Experten. Wie bei jeder Krankheit sollte ein Arzt die Behandlung anleiten. Deshalb hilft ein unterstützendes Team meist besser, als nur ein Experte. Du findest hier, wer dich wie unterstützen kann.

 

Psychiater – Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Psychiater sind spezielle Ärzte für psychische Krankheiten. Sie behandeln auch die körperlichen und psychischen Seiten einer Depression. Durch die Ausbildung zum Facharzt weiß der Psychiater auf diesen Gebieten, was zu tun ist. Er hat auch eine Ausbildung zur Psychotherapie. Der Psychiater untersucht den Patienten und achtet auf verschiedene Anzeichen einer Krankheit. Ärzte sagen zu den Anzeichen: Symptome. Erst dann bestimmt der Arzt die Krankheit, das nennt man Diagnose. Als Arzt darf dir der Psychiater Medikamente verschreiben.

 

Es gibt Begleit-Erkrankungen
Depressionen können gemeinsam mit anderen Erkrankungen auftreten. Bei den psychischen Erkrankungen sind das zum Beispiel: Angststörungen, Essstörungen oder Sucht-Erkrankungen. Bei körperlichen Erkrankungen sind das zum Beispiel: Diabetes, Demenz, Parkinson oder Krebs.
Weise deinen Arzt bitte auf alle Erkrankungen hin, die du schon lange hast oder die neu sind. Das ist wichtig, um Wechselwirkungen bei Medikamenten zu vermeiden.
Das bedeuten Response und Remission
Im Internet oder in Fachzeitschriften findest du vielleicht im Zusammenhang mit Depression die Fachworte Response und Remission. Response bedeutet, dass die Therapie wirkt und es dir im Lauf der Behandlung besser geht. Remission bedeutet, dass es dir nach einer depressiven Phase wieder gut geht und du gesund bist.

Auch für Angehörige gibt es Unterstützung
Das Leben mit einem Menschen mit Depression kann belastend sein. Es ist wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten und sich Hilfe zu holen. Die wichtigste Anlaufstelle ist HPE – Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter. HPE bietet Informationsmaterialien, Beratung, Selbsthilfegruppen, Seminare und vieles mehr in ganz Österreich. Es kann dir und deinem erkrankten Angehörigen sehr helfen, wenn auch du dir Unterstützung holst: www.hpe.at

Hausarzt – Arzt für Allgemeinmedizin

Hausärzte sind meist die erste Anlaufstelle, wenn man sich krank fühlt. Sie kennen ihre Patienten meist über viele Jahre, manchmal sogar seit der Kindheit. Daher bemerken sie Veränderungen recht früh. Wenn der Hausarzt den Verdacht auf eine Depression hat, überweist er den Patienten an einen Psychiater. Der Hausarzt darf dir ebenfalls Medikamente verschreiben.

 

Psychotherapeut

Psychotherapeuten helfen Menschen, die sich in einer Krise befinden oder Sorgen haben. Bei einer Psychotherapie kann man ganz offen über alle Probleme reden. Manchmal hört der Psychotherapeut einfach nur zu. Gemeinsam versucht man Lösungen zu erarbeiten. Dabei muss man mitarbeiten. Das hilft Betroffenen, wieder gesund zu werden. Es gibt Einzeltherapien und Gruppentherapien. Man kann aus verschiedenen Arten von Psychotherapien wählen. Der Psychiater weiß, welche Psychotherapie bei einer Depression geeignet ist. Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verschreiben. In diesem Heft ist mit der Kurzform Therapeut immer ein Psychotherapeut gemeint.

 

Psychologen

Psychologen haben an der Universität Psychologie studiert. Sie müssen die Ausbildung zum Klinischen Psychologen machen, damit sie kranke Menschen untersuchen und behandeln dürfen. Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben.

 

Selbsthilfegruppen

Bei einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen mit den gleichen Problemen. Diese Gruppen treffen sich meist einmal pro Woche. In der Gruppe reden alle offen und vertraulich, wie es ihnen geht. Dadurch lernt man, wie andere mit der Krankheit umgehen. Man fühlt sich weniger alleine mit seinen Problemen. Eine Selbsthilfegruppe ersetzt keine Therapie oder Behandlung durch den Arzt. Bitte besprich alle Entscheidungen zu deiner Behandlung immer mit dem Psychiater.

 

Das Gespräch mit dem Arzt vorbereiten
Aufregung gehört für viele bei einem Termin beim Arzt oder Therapeuten dazu. Nervosität ist eine gesunde Reaktion auf neue Situationen. Es hilft auch, wenn du dir vor dem Termin ein paar Minuten Zeit nimmst: Atme ein paar Mal tief durch und sammle dich. Du wirst sehen, nach dem Termin geht es dir besser.
Mach dir Notizen: Schreibe dir vorher alle Fragen auf einen Zettel und bereite dich vor. So wirst du bestimmt nichts vergessen. Notiere dir auch alle Medikamente, die du einnimmst, oder nimm die Packungen zum Arzt mit. Das ist für ihn eine wichtige Information.
Nimm dir Zeit: Termine beim Arzt oder Therapeuten sind deine Zeit. Du gehst dorthin, damit es dir bald besser geht. Stelle ruhig alle deine Fragen. So kann dir der Arzt oder der Therapeut am besten helfen. Nimm dir auch einen Stift und Block mit und schreibe mit.
ÖGPP – Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik:
www.oegpp.at
ÖGPB – Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie:
www.oegpb.at
BÖP – Berufsverband Österreichischer PsychologInnen:
www.boep.at
ÖBVP – Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie:
www.psychotherapie.at
Suchmaschine für Selbsthilfegruppen in Österreich:
www.selbsthilfe.at
HPE – Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter:
www.hpe.at

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1 Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Unipolare Depression, Seite 81-85. Abgerufen am 25.02.2020, von https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005p_S3_Unipolare_Depression_2017-05.pdf
2 Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Unipolare Depression, Seite 30. Abgerufen am 25.02.2020, von https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005p_S3_Unipolare_Depression_2017-05.pdf

 

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