In jeder Beziehung muss man Probleme und Krisen überwinden. Eine Depression kann Beziehungen beeinflussen und belasten: sowohl die zu einem selbst als auch die zu anderen Menschen. Dein Partner und deine Familie nehmen die Veränderungen durch die Krankheit stark wahr.

 

Es ist normal, dass Krankheiten Beziehungen belasten. Die Beziehung muss dadurch aber nicht langfristig Schaden nehmen, da man die Krankheit überwinden kann. Gerade mit einem unterstützenden Menschen an der Seite kann man diese Herausforderung bewältigen.

Eine Depression kann den Sex beeinflussen

Eine Depression und auch die Medikamente können sich auf den Sex auswirken. Durch die Depression ist meistens im Vergleich zu früher weniger Lust da. Auch die körperlichen Funktionen können betroffen sein. Es ist ganz unterschiedlich, wie das erlebt wird. Am besten ist es, ganz offen mit dem Partner zu reden. Weniger Lust muss aber nicht heißen, dass der Partner weniger anziehend oder attraktiv ist. Man kann auf viele Arten zeigen, wie sehr man sich mag. Formen der Nähe sind etwa auch: Kuscheln, Küsse und Umarmungen. Sprich offen über deine Wünsche und wie du den Partner wahrnimmst. Eine Geste zeigt, wie du fühlst. Nicht immer sind Worte notwendig. Sex ist ein wichtiger Teil des Lebens. Sprich mit deinem Arzt oder Therapeuten darüber, wenn du damit unzufrieden bist. Es ist wichtig, dass die Therapie auf deine Bedürfnisse abgestimmt wird.

Das hilft der Beziehung:
  • Da sein. Zuhören.
  • Nähe zulassen.
  • Bemerken, was durch die Therapie schon besser ist.
  • Zusammenhalten.
  • Sich helfen lassen.
  • Vorwürfe vermeiden.
  • Probleme gemeinsam lösen.
Du kannst sehr viel für deinen Partner tun
  • Aufmerksam sein: Höre deinem Partner gut zu, wenn er über seine Gefühle spricht. So kannst du Veränderungen rasch merken und Hilfe anbieten.
  • Die Depression akzeptieren: Eine Depression ist eine Krankheit, die man ernst nehmen muss. Informiere dich darüber. So kannst du deinen Partner besser verstehen.
  • Keine Ratschläge geben: Biete ein offenes Ohr, eine innige Umarmung und Hilfe an. Das hilft deinem Partner am meisten.
  • Schuldzuweisungen vermeiden: Niemand ist an der Depression schuld. Weder dein Partner noch du. Diskussionen darüber bringen nichts.
  • Entscheidungen erleichtern: Während einer Depression fällt es einem schwer, etwas zu entscheiden. Du kannst deinen Partner dabei unterstützen und ihm zeigen, welche Optionen es gibt.
  • Den Partner nicht bevormunden: Bevormunden bewirkt nur Streit und Widerstand. Niemand möchte bevormundet werden, auch du nicht.
  • Nicht den Therapeuten spielen: Dein Partner hat einen Arzt und Therapeuten. Diese Experten begleiten ihn bei medizinisch-therapeutischen Entscheidungen. Das ist ihre Aufgabe und nicht deine. Du bist durch eure Beziehung selber zu stark befangen. Es ist völlig natürlich, wenn du diese Gefühle hast: Wut, Zorn, Angst, Enttäuschung, Traurigkeit, Ärger oder Ohnmacht. Du darfst diese Gefühle auch zulassen und zeigen. Es belastet dich und die Beziehung, wenn du Gefühle unterdrückst.
  • Auf sich achten: Es ist schön, dass du deinen Partner unterstützt und für ihn da bist. Vergiss aber nicht deine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse. In einer Selbsthilfegruppe für Angehörige kannst du mit Menschen reden, denen es ähnlich geht. Dort findest du in schwierigen Zeiten immer Verständnis und Beistand. Unter www.hpe.at findest du Informationen zu Gruppen in deiner Nähe.

 

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